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Herzlich
willkommen im Paradies Kärnten!
Unter diesem Motto stand das 21.
Treffen unserer Schielleitener. Am Einladungsprospekt, übrigens
wieder ganz gekonnt und äußerst gefällig gestaltet, ist eine
aufgehende Sonne über Wolfsberg ersichtlich, die wirklich alle
drei Tage auf uns herablachte. Nach den verregneten Tagen zuvor
die erste angenehme Überraschung, die uns unsere Kärntner
Freunde vom Zollamt Bleiburg bereiteten. Auch sonst hatten sie
alles bestens vorbereitet, den Empfang ganz liebenswürdig
gestaltet und das reichhaltige Programm des Treffens ganz
präzise abgewickelt.
Bei der Hauptversammlung, man kann es kaum glauben, dass es
schon die fünfte war, hörten die meisten von uns abgesehen von
bisherigen Gerüchten – zum ersten Mal, dass der Zollverwaltung
wieder einmal eine größere Veränderung ins Haus stünde. Im
Rahmen der bereits in den Medien oftmals von Regierungsseite
angekündigten Verwaltungsreform bleibt somit auch diesmal unsere
Zollverwaltung nicht verschont.
Diese war naturgemäß schon zuvor durch die Folgeerscheinungen
des EG-Beitrittes in ihrer Struktur und durch zusätzliche meiner
Meinung nach nicht gerade glückliche rein innerösterreichische
Maßnahmen, wie die bei den Zollämtern keinesfalls
personalschonende Neugestaltung des Grenzkontrolldienstes zum
Teil Verdoppelung des Personalstandes – in ihrer
Aufgabenstellung somit nicht unbeträchtlich zum Handkuss
gekommen.
Mir kommen da u.a. verschiedene Presseartikel aus jüngerer Zeit
in Erinnerung, denen zufolge nach den heftigen Bestrebungen des
Innenressorts ein weiterer beträchtlicher Teil unserer Zollwache
ins dortige Ressort übergeleitet und als hochqualifizierte
Fachkräfte zur dort nunmehr allein konzentrierten reinen
Grenzüberwachung herangezogen werden sollten. Gott sei Dank,
haben unser Ressortminister und sein Staatssekretär diesen
Begehrlichkeiten einen Riegel vorgeschoben. Sie haben erkannt,
dass auch dieser Zweig der Zollverwaltung schon allein durch
seine Aufgriffstätigkeit bei der Betrugsbekämpfung einen
beachtlichen Beitrag zur Aufbesserung unseres Staatshaushaltes
leistet. Sicher werden jedoch seitens der Zollorganisation in
der Zukunft, falls unsere Nachbarstaaten tatsächlich in Rahmen
der Osterweiterung der EU beitreten sollten, Überlegungen
hinsichtlich des künftigen Einsatzes dieses Teils der
Zollverwaltung anzustellen sein. Als nunmehriger Pensionist habe
ich da etwas läuten gehört von einer künftigen Finanzwache, so a
la Guardia di Finanza. Aber was wär`s mit meiner alten Idee der
Zusammenführung der bisherigen noch bestehenden Zweige der
Zollveraltung zu einem einheitlichen Ganzen. Auf dem Gebiet der
Betrugsbekämpfung erschiene auch eine engere Zusammenarbeit mit
der Steuerfahndung sicher nicht unzweckmäßig. Aber solche
Überlegungen stehen einem Pensionisten, wenn auch einem noch
immer mit seiner alten Verwaltung als ehemaliger
Organisationschef Mitlebenden offiziell nicht mehr zu. Oder
sollten doch die bei Vereinsgründung stipulierten Sätze gelten,
dass man gerne auch die Ansichten unserer Altvorderen zumindest
im Rahmen unseres Vereins hören will, da diese auf die ganze
Verwaltung befruchtend wirken könnten. Beim Seminar am Samstag
wurde uns dann etwas klarer, in welche Richtung die
neuangestrebte Umorganisation, die nunmehr in erster Phase vor
allem das Finanzministerium betreffen soll, hinzielt. Wenn es
mir als ehemaliger Leiter der Zoll-u. Verbrauchsteuersektion
auch momentan einen kleinen Stich in mein Zöllnerherz versetzte,
so glaube ich als einer der ganz wenigen, die in ihrer Laufbahn
beide Zweige der Finanzbehörde, sowohl die Steueradministration
als auch die Zollverwaltung von der Pike auf kennengelernt
haben, dass die offensichtlich geplante Zusammenlegung der
beiden Sektionen unter den gegebenen Umständen bei
Aufrechterhaltung der wesentlichen Organisationsstrukturen
unserer Verwaltung sicher nicht grundsätzlich abzulehnen ist;
war doch die Zollveraltung bei meiner seinerzeitigen Einberufung
in das Ministerium mit der Präsidialsektion verbunden. Erst mit
Pensionierung des damaligen Sektionsleiters und der immer mehr
zunehmenden Bedeutung der Zollverwaltung auf Grund der
Liberalisierung des Warenverkehrs, der stärker werdenden
internationalen Verflechtungen des Zollwesens und Vervielfachung
der damit zusammenhängenden Aufgaben, kam es dann zu Schaffung
einer eigenen Zoll- und Verbrauchsteuersektion.
Wenn ich allerdings aufmerksam den
Ausführungen der Referentin des B.Min.Finanzen zum Thema „Reform
der Steuer- und Zollverwaltung“ gefolgt sein sollte, so kann ich
mir nicht vorstellen, dass die dort angerissen Vorstellungen, es
müsse in Hinkunft einen Beamten geben, den ich jeweils, je nach
Erfordernis, sowohl in der Steuerveraltung als auch in der
Zollverwaltung einsetzen könne, bei der Komplexität und
Unterschiedlichkeit der beiden Verwaltungen, abgesehen von
gewissen Spezialbereichen, in der Praxis durchführbar wären. Ich
glaube, dass diesbezüglich der Herr Bundesminister für Finanzen,
der zu unser aller Freuden uns gleich den Herrn Staatssekretär
anläßlich des Empfangs des Landeshauptmanns besucht hat, ganz
eindeutig und für uns alle klärend in seiner Grußadresse zum
Ausdruck gebracht hat, dass es auch in der Zukunft eine
Zollveraltung und zwar eine einheitliche Zollveraltung geben
wird. Es war
also nicht nur für uns in Ruhestand Befindlichen ein
interessantes, sondern vor allem für unsere aktiven
Schielleitener dieses Kärntner Treffen sicher wieder einmal ein
richtungsweisendes.
Man kann nur den für die weiteren Maßnahmen Verantwortlichen
beste Ideen und viel Einfühlungsvermögen auch auf der
menschlichen Seite bei der offensichtlich bevorstehenden
Umorganisation wünschen. Unseren Kärntner Veranstaltern, an der
Spitze unserem Freund Olipitz, dem Vorstand Reg. Rt. Leitgeb
samt Gattinnen und sonstigen Betreuern und Betreuerinnen, die es
verstanden haben, mit kärntnerischen Liebenswürdigkeit unseren
Aufenthalt so angenehm zu gestalten, ein Gratula. Der Ausflug
nach St. Paul und das sonstige Rahmenprogramm werden uns allen
stets in angenehmer Erinnerung bleiben.
Es war das dritte Mal, dass wir
mit unseren Schielleitenern bei euch in Kärnten sein durften,
ein großes Dankeschön für Alles. Unseren Burgenländischen
Freunden danken wir für die Einladung zum nächstjährigen
Treffen, dem sicher gleich dem Kärntner Herrn Präsidenten, der
Herr Präsident für Wien NÖ. Und Bgld., den wir übrigens mit
einigen Amtsvorständen aus dem Steuersektor und einem Kollegen
unserer Sektion IV am Abschlußabend recht herzlich willkommen
heißen konnten, seine Unterstützung gewähren wird.
Ich hoffe, dass ihr alle meine Schielleitener Freunde gut nach
Hause gekommen seid und wünsche euch bis zu unserem nächsten
Wiedersehen alles Gute. Unserem Vereinsvorstand danke ich für
den letzten fünf Jahren Geleistete, möge unser Verein so wie ein
weisungsungebundenes, aber doch gehörtes Sprachohr unserer
Zollverwaltung bleiben!
Es grüßt euch alle in alter
Verbundenheit euer
Dr. Gratschmayer
Anmerkung:
Die verspätete Veröffentlichung des Berichtes, der bereits kurz
nach dem Treffen vorlag, wird gebeten zu entschuldigen. zurück
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