Österreich
 

Memories of Schielleiten
Präsident i.R. Ehrenmitglied
Dr. Walter Krenn

Als Sektionschef Dr. Otto Gratschmayer die Idee einer speziellen Schulung der Führungskräfte der Zollverwaltung hatte und 1976 das erste Seminar einberief war das eine absolute Neuheit in der Finanzverwaltung. Das Zusammenwachsen von Zivildienst und Zollwache, der Verwendungsgruppen A, B und W1 stand im Vordergrund. Die Zollfamilie sollte Wirklichkeit werden. Als Dr. Otto anläßlich einer Zollreferentenbesprechung in Wien im Dezember 1980 den Gedanken äußerte, die Seminarteilnehmer könnten sich nach 5 Jahren einmal treffen, nahm ich das wörtlich. Ich entschloß mich vom Zollamt Feldkirch aus die Organisation des ersten Treffens in Angriff zu nehmen. Nachdem Bedenken bestanden, daß die Kollegen den weiten Weg in den Westen wahrscheinlich ungern auf sich nehmen würden, beschloß ich den Treffpunkt nach Salzburg zu verlegen. Ich war dort aufgewachsen, kannte die Stadt und die Gastronomie, so daß es nicht schwierig war, die Organisation in Angriff zunehmen. Vor Ort stand mit Kollege Braun freundlicher Weise zur Verfügung.
Das Hotel Stiegelbräu, daß einem Mitschüler aus dem Gymnasium gehörte und eine günstige Lage in Bahnhofnähe hatte, war dafür bestens geeignet. So ergingen die Einladungen für ein Wochende am 16. Mai 1981 in Salzburg. 36 Kollegen nahmen teil, das war fast die Hälfte der Teilnehmer aller 5 Seminare.
Das Treffen begann mit einer Einleitung von mir als Vorsitzenden, es folgte ein Statement vom Sektionschef, der seiner Freude Ausdruck, daß mit dem 5. Seminar ein Jubiläum und eine in ihrem Bestand gesicherte Seminarreihe gefeiert werden konnte. Die hochqualifizierten Führungskräfte der Zollverwaltung aus allen Verwendungsgruppen erhielten dadurch eine Ausbildung in modernen Managementmethoden, die sie befähigen die Koordination der erforderlichen Aktivitäten und die notwendige praxisnahe kommunativ leistungsorientierte Motivation der Mitarbeiter im Rahmen eines zielführenden Arbeitsablaufes hervorragend zu gewährleisten. Dazu kommt, daß die Führungskräfte die Generationsablöse bewährter Mitarbeiter und die ausformung junger Menschen zu verantwortungsbewußten und effizienten Trägern der Zollverwaltung zu vollziehen haben ( Auszug aus der Zollwacht 11/81).
Die anschließende Diskussion befaßte sich mit organisatorischen und personellen, sowie dienst- und besoldungsrechtlichen Fragen. Die Diskussion dauerte bis in die Abendstunden. Ein Rahmenprogramm war nochtr nicht vorgesehen. Der Dienst stand im Vordergrund. Es darf erwähnt werden, daß die Kollegen auf ihre Kosten und in ihrer Freizeit nach Salzburg fuhren. Der Wunsch nach einem neuerlichen Treffen wurde aufgenommen und die Kollegen aus Salzburg erklärten sich bereit im nächsten Jahr das Treffen zu organisieren.
Mag. Kumbilieff vermerkt auch positiv das Erscheinen der 1.Schielleitner Information 1/81, deren kontinuierliche Erscheinung verwirklicht wurde.
Es herrschte eine Aufbruchstimmung, die in einer guten, kollegialen und freundschaftlichen Zusammenarbeit ihre Erfüllung fand.
Unsere Spezialausbildung war so gut und vorbildlich, daß sogar die Schweizer Zollverwaltung im September 1992 ihren ersten Kaderlehrgang im Schloß Hünigen nach einem überarbeiteten Ausbildungskonzept in Angriff nahm.
Aus den heiter kritischen Betrachtungen von mir zum 1. Seminar sei auszugsweise zitiert:
Es war wirklich Zeit nach vielen Pleiten uns einzuberufen nach Schielleiten es sagte schon Ottilie der Zoll ist eine Familie.
Das ging so lange gut bis der EU Beitritt gravierende Eingriffe brachte. Das 21. Jahrhundert schließlich brachte noch neuere Management Methoden, mehr privatwirtschaftliche Aspekte und personelles Ranking, weniger Behördencharakter und nominelle Umfirmierungen. Wo bleibt der Durchblick für Teamarbeiter und Kunden? Tempora mutantur.
ZOLL im Wandel der Zeit
Das Buch wurde von Heinz Hirsch und mir geschrieben um den Berufsstand des Zöllners und dessen Bedeutung für die Gesellschaft dem Leser zu verdeutlichen. Es hängt natürlich auch mit der Liebe zur Geschichte zusammen und soll Vergangenes und Unbekanntes ins Licht der Gegenwart rücken. Es ist zwar keine Geschichte der Schielleitner, aber es wurden Dokumente, Bilder und geschichtliche Urkunden aus 5 Jahrtausenden zusammengetragen um Geschichte an historischen Plätzen und Ereignissen nachvollziehen zu können. Es wird auf wirtschaftliche und soziale Entwicklungen und Zusammenhänge hingewiesen, die eng mit dem Zoll zusammenhängen und ohne dessen geschichtliche Kenntnis unverständlich bleiben.
Daß die Zölle als Zwangsabgaben sich nicht immer größter Beliebtheit erfreuten ist verständlich, aber den privaten Geldbedarf der Zollherren oder einen stattlichen Beitrag in die öffentlichen Kassen sicherten sie allemal. So hat ja auch die EU auf die Zolleinnahmen als einzige gemeinschaftliche Abgabe nicht verzichtet.

Es ist eine Anregung zum 25. Treffen und zum 30 Seminar, dem Initiator Sekt Chef. Dr Otto Graschtmayer und dem Bürgermeister Franz Hofer offiziell von der Vereinsführung das Buch als Präsent anläßlich des Festabends zu überreichen, um die Verbundenheit mit Schielleiten zum Ausdruck zu bringen.


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20.05.2012

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